Wann sollte man Zigarren anschneiden?
Eine Zigarre wird direkt vor dem Anzünden angeschnitten – nicht Stunden vorher und schon gar nicht auf Vorrat. Der Grund ist einfach: Das verschlossene Käppchen am Kopf hält nicht nur das Deckblatt zusammen, es schützt auch die Einlage vor Luft.
Was passiert, wenn man zu früh schneidet
Eine offene Zigarre trocknet an der Schnittfläche zuerst aus. Die Einlage verliert Feuchtigkeit, der Zug wird ungleichmäßig, das Aroma verflacht. Bei niedriger Luftfeuchte reichen wenige Stunden, um den Unterschied zu schmecken. Dazu kommt: Ein offener Kopf löst die Deckblattspitze schneller, besonders wenn die Zigarre danach noch transportiert wird.
Reihenfolge, die funktioniert
- Zigarre aus dem Humidor nehmen und kurz auf Handwärme kommen lassen.
- Erst dann anschneiden – ein bis zwei Millimeter oberhalb der Käppchenlinie.
- Direkt im Anschluss anzünden.
Zwischen Schnitt und Flamme sollten also nur Sekunden liegen, keine Minuten.
Unterwegs und im Etui
Für den Transport gilt dasselbe: ungeschnitten einpacken. Ein Zigarrenetui schützt vor Bruch, aber nicht vor Austrocknung an einer offenen Schnittfläche. Wer den Cutter nicht mitnehmen kann, greift besser zu einem Format mit Punch-Öffnung oder klärt vorher, ob am Zielort einer vorhanden ist.
Und wenn doch zu früh geschnitten wurde?
Ist es nur eine Stunde her, merkt man meist nichts. Liegt die Zigarre schon einen Tag offen im Humidor, verliert sie an Zug und Aroma – rauchbar bleibt sie, aber sie zeigt nicht mehr, was sie kann. Zurückgelegt werden sollte sie dann nicht mehr für Wochen.
Wie geschnitten wird
Die Frage nach dem Wie – gerader Schnitt, V-Schnitt oder Punch, und wie tief – steht ausführlich unter Warum muss man Zigarren anschneiden? Das passende Werkzeug führen wir unter Zigarrenschneider und Cutter, Zigarren unter Zigarren.