Aus welchem Grund sollte man Zigarren anschneiden?
Eine Zigarre wird angeschnitten, weil ihr Kopf, das Ende, das in den Mund kommt, mit einem aufgesetzten Deckblattstück verschlossen ist. Dieses sogenannte Käppchen hält das Deckblatt an Ort und Stelle. Solange es geschlossen ist, lässt sich nicht ziehen. Der Schnitt öffnet den Zug, mehr nicht: Er ist eine technische Notwendigkeit, keine Geschmacksfrage.
Was ohne Schnitt passiert
Sie ziehen gegen einen geschlossenen Deckel: kein Rauch, kein Aroma. Wer stärker zieht, erhitzt die Glut, ohne dass Luft nachströmt. Die Zigarre brennt einseitig ab und wird bitter.
Wie weit man schneidet
Das ist der Punkt, an dem die meisten Fehler passieren. Geschnitten wird knapp oberhalb der Linie, an der das Käppchen endet, bei den meisten Zigarren ein bis zwei Millimeter. Wer tiefer schneidet, entfernt den Halt für das Deckblatt, und die Zigarre beginnt sich zu entrollen. Wer zu wenig öffnet, bekommt einen zu engen Zug. Im Zweifel: erst sparsam schneiden, dann bei Bedarf nachschneiden. Umgekehrt geht es nicht.
Die Schnittarten und wozu sie passen
- Gerader Schnitt (Guillotine): der Standard. Öffnet die größte Fläche, funktioniert bei fast jedem Format und ist am wenigsten fehleranfällig.
- V-Schnitt (Keilschnitt): schneidet eine Kerbe statt einer Fläche. Bündelt den Rauch, hält das Deckblatt besonders gut zusammen und eignet sich gut für dickere Ringmaße.
- Lochschnitt (Punch): stanzt ein rundes Loch. Sehr schonend für das Deckblatt, aber bei kleinen Ringmaßen schnell zu eng.
Welche Variante die richtige ist, hängt vom Format und vom gewünschten Zugwiderstand ab, eine objektiv beste gibt es nicht. Die Auswahl steht unter Zigarrenschneider und Cutter.
Figurados sind ein Sonderfall
Spitz zulaufende Formate wie Torpedo, Belicoso oder Piramide werden nur an der äußersten Spitze geöffnet. Hier reicht ein sehr kleiner Schnitt, weil sich der Zug über die Verjüngung ohnehin bündelt. Wer bei einem Figurado zu weit unten ansetzt, ruiniert die Form und den Zug gleich mit.
Was man nicht tun sollte
Abbeißen oder mit dem Taschenmesser aufschlitzen wirkt beiläufig, reißt das Deckblatt aber ein und lässt Tabakkrümel in den Mund. Ein sauberer Schnitt mit scharfer Klinge ist in einer Sekunde erledigt und der Unterschied zwischen einer Zigarre, die gleichmäßig abbrennt, und einer, die sich auflöst.
Welche Zigarren keinen Schnitt brauchen
Die meisten Zigarillos kommen mit offenem Kopf, ebenso manche maschinell gefertigte Ware.
Wann geschnitten wird
Direkt vor dem Anzünden, nicht Stunden vorher. Eine offene Zigarre trocknet am Kopf aus und verliert dort zuerst ihr Aroma. Wo genau die Klinge ansetzt, erklärt An welcher Stelle schneidet man eine Zigarre am besten ab?
Schneidwerkzeug aus unserem Sortiment
Gerader Schnitt, Keilschnitt oder Bohrung.
- Zigarrenschneider Doppelklinge 25 mm: sauberer, gerader Schnitt.
- Zigarrenschneider V-Cut: keilförmiger Schnitt für einen konzentrierten Zug.
- Zigarrenbohrer Hugo: bohrt ein rundes Loch in den Kopf.
Kurz zusammengefasst
- Der Kopf ist verschlossen, ohne Schnitt kein Zug.
- Ein bis zwei Millimeter oberhalb der Käppchenlinie schneiden.
- Gerade, V- oder Lochschnitt: eine Frage von Format und Zugwiderstand.
- Figurados nur an der Spitze öffnen.
- Lieber zu wenig als zu viel: Nachschneiden geht, zurück nicht.
Pipe House über den Anschnitt
Das passende Sortiment: Zigarren und Zigarrenzubehör.