Geschichte des Tabakanbaus auf Kuba
Die Anfänge des Tabakanbaus in Kuba reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Bereits 1492 beobachtete Christoph Kolumbus, wie die Taíno-Indianer auf Kuba gerollte Tabakwaren rauchten, und übertrug den Tabakkonsum nach Europa. Im 18. Jahrhundert exportierten britische Seeleute erstmals kubanische Zigarren in ihre Kolonien, was zur Errichtung der ersten Zigarrenmanufakturen führte. Bis ins 19. Jahrhundert hinein boomte die Zigarrenproduktion: Hunderte von Manufakturen entstanden (eine der ältesten ist die seit 1810 bestehende Marke Cabañas). Seither genießt kubanischer Tabak weltweit einen exzellenten Ruf.
Anbaugebiete und Tabaksorten
Kuba verfügt über vier Hauptanbaugebiete für Tabak. Das renommierteste ist Vuelta Abajo im Westen Kubas (Provinz Pinar del Río), wo auf den nährstoffreichen Böden feinste Deckblätter reifen. Pinar del Río gilt als Kerngebiet: Hierher entfallen etwa 80 % der gesamten kubanischen Tabakernte. Daneben liefert das Gebiet Semi Vuelta („Halbbogen“ in Vuelta Abajo) vor allem Umblatt- und Einlagetabak. Die Region Partido bei Havanna ist bekannt für besonders hochwertige Deckblätter. Im Osten Kubas erstreckt sich Vuelta Arriba (Remedios/Oriente), das durch sein feuchteres Klima überwiegend Tabak für preisgünstigere Formate beisteuert.
Vuelta Abajo (Pinar del Río)
Im Herzen der Vuelta Abajo liegt die Provinz Pinar del Río. Das subtropische Klima mit häufigem Nebel sorgt für langsames Reifen der Blätter, ideale Bedingungen für hochwertigen Tabakanbau. Pinar del Río ist Namensgeber dieser Region (spanisch: „Kiefernwäldchen am Fluss“) und produziert dank seiner Böden rund vier Fünftel des kubanischen Tabaks.
Partido (Havanna-Region)
Das Gebiet Partido um die Hauptstadt Havanna zeichnet sich durch ebenfalls sehr feine Erde aus. Hier wachsen Deckblätter, die besonders aromatisch sind und vielen Premiumzigarren ihre elegante Hülle geben.
Semi Vuelta
Semi Vuelta (ebenfalls im Westen) ergänzt die Vuelta-Abajo-Anbaugebiete. Dieser Abschnitt liefert vornehmlich Einlage- (Tripa) und Umblatt-Tabake, die den cigarrenfüllenden Kern bilden.
Vuelta Arriba (Remedios/Oriente)
Die östliche Provinz Vuelta Arriba umfasst Remedios und Oriente. Wegen seiner wärmeren, feuchteren Bedingungen baut man hier größere Mengen an Tabak für gröbere und günstigere Zigarrenformate an. Gleichzeitig hat auch Vuelta Arriba einige fruchtbare Hochlagen, die sehr robuste Tabakblätter hervorbringen.
Tabaksamen (Sorten)
Der klassisch kubanische Tabakgeschmack beruht auf zwei gezüchteten Tabaksamen: Corojo und Criollo. Corojo wird im Schatten unter Leinwänden gezogen („abgedeckter Tabak“), was besonders dünne, feinadrige Blätter erzeugt. Criollo wird in der vollen Sonne Kubas angebaut und liefert intensivere, robuste Aromen. Durch die Kombination dieser Sorten entsteht das volle Spektrum des kubanischen Tabakprofils.
Besondere Merkmale kubanischer Zigarillos
- Tradition und Aroma – Kubanische Zigarren und Zigarillos werden traditionell handgefertigt, was in Verbindung mit dem charakteristischen Schwarz-Tabak zu komplexen Geschmacksnoten von Erde, Leder, Kaffee und Gewürzen führt. Das einzigartige Tabaco Negro Cubano (Schwarz-Tabak) wächst nur in Kuba und prägt das unverwechselbare Aroma.
- Maschinelle Fertigung (bei Zigarillos) – Anders als Premium-Zigarren erfolgen kubanische Zigarillos oft maschinell. Dabei nutzt man vorwiegend die unteren Tabakblätter (so genannte Sandblätter) als Um- und Deckblatt. Dies ermöglicht gleichbleibende Qualität, während die Blätter durch ihre natürlichen Aromen weiterhin einen vollmundigen Geschmack bieten.
- Feine Blattverarbeitung – Für Deckblatt und Umblatt kommt bei Zigarillos stets reiner kubanischer Tabak zum Einsatz. Selbst bei maschineller Fertigung bleiben nur hochwertige Blätter erhalten, was dafür sorgt, dass kubanische Zigarillos trotz maschinellem Rollen sehr aromatisch sind.
Bekannte kubanische Zigarillosmarken
Cohiba – Die prestigeträchtigste kubanische Marke, ursprünglich exklusiv für Staatsgäste und Diplomatengeschenke entwickelt. Cohiba-Zigarillos sind bekannt für ihr komplexes Aroma und makellose Verarbeitung.
Montecristo – Die weltweit populärste kubanische Zigarrenmarke (Lieblingszigarre u. a. von Che Guevara) bietet auch Zigarillos mit ausgewogener Mischung und variantenreichen Formaten.
Partagás – Seit 1845 legendär für ihre kräftigen, erdigen Aromen. Partagás-Zigarillos zeichnen sich durch körperreiche, würzige Noten aus, wie es die lange Tradition der Marke verspricht.
Punch – Eine der ältesten kubanischen Zigarrenmarken (gegründet 1840). Punch-Zigarillos genießen seit den 1840er Jahren höchstes Ansehen und gelten als hervorragende Vertreter kubanischer Handwerkskunst.
Romeo y Julieta – Benannt nach Shakespeares Tragödie, bieten diese mittelkräftigen Formate ein breites Spektrum an komplexen Aromen und harmonischer Stärke.
Trinidad – Einst für Diplomaten vorgesehen, stehen Trinidad-Zigarillos heute für Eleganz und feine Raffinesse im Geschmack.
Pipe House und kubanische Zigarillos
Als La Casa del Habano in Koblenz bietet Pipe House eine erlesene Auswahl an kubanischen Zigarren und Zigarillos an. Im Sortiment finden sich sämtliche bekannten Marken und Formate, von mild bis vollmundig. Dank der engen Zusammenarbeit mit Habanos S.A. garantiert Pipe House dabei echte Habano-Qualität. Genießer können hier sowohl Klassiker wie Cohiba oder Montecristo als auch spezielle Zigarillo-Formate (Mini, Club, Purito) erwerben und so in die Welt der kubanischen Tabaktradition eintauchen
Die Formate: Mini, Club, Short und Puritos
Kubanische Zigarillos werden in vier Größen geführt, die sich in Länge und Ringmaß deutlich unterscheiden:
- Mini — das kürzeste Format, in wenigen Minuten geraucht.
- Club — etwas länger und kräftiger im Zug, meist in der 20er-Packung.
- Short — das größte der drei Standardformate, am nächsten an einer kleinen Zigarre.
- Puritos — schlanke Kleinformate ohne Filter.
Der weitaus größte Teil ist als mittelkräftig eingestuft, milde Ausführungen bilden die Ausnahme. Kubanische Zigarillos sind damit spürbar kräftiger als niederländische oder Sumatra-Zigarillos.
Die Marken
Je sechs Artikel stellen Cohiba, Montecristo und Partagás, dazu Romeo y Julieta, Trinidad und Punch. Der Charakter folgt dem der großen Formate: Partagás würzig-kräftig, Montecristo ausgewogen, Cohiba fein und aufwendiger fermentiert.
Packungsgrößen und Preise
Die übliche Gebindegröße ist die 20er-Packung, daneben stehen 5er-, 10er- und 50er-Gebinde. Pro Stück gerechnet liegen kubanische Zigarillos über den europäischen – dafür bekommen Sie kubanischen Tabak im kleinen Format. Wie bei allen Habanos wechselt die Verfügbarkeit; der Lagerstatus steht an jedem Artikel.
Richtig lagern
Zigarillos sind trockener gearbeitet als Zigarren und brauchen keinen Humidor — wohl aber eine verschlossene Packung. Zu trocken erkennt man sie daran, dass das Deckblatt splittert und der Rauch scharf wird. Details in Wie lange sind Zigarillos haltbar? und Was tun, wenn Zigarillos zu trocken geworden sind?.
Pipe House über kubanische Zigarillos
Pipe House ist La Casa del Habano und führt seit 1933 Tabakwaren in der Koblenzer Altstadt, heute in vierter Generation. Kuba ist nach Sumatra die zweithäufigste Herkunft in unserem Zigarillo-Sortiment.
Die großen Formate derselben Marken stehen unter kubanische Zigarren, das passende Zubehör gleich daneben.